|
13. Neubronner-Wettbewerb in Roggden bei Augsburg
(Von und mit Engelbert Hanisch)
1913 konstruierte und baute der junge Carl Neubronner ein Segelflugmodell mit Raketenantrieb, damals der erste Modellraketengleiter der Welt.
Er sollte bei einem Modellflugwettbewerb starten, wurde aber nicht zugelassen: "Ein Flugzeug ohne Propeller kann nicht fliegen" wurde die Absage begründet.
Von wem? Von "Papa" Ursenius, später als "Vater des Rhön-Segelflugs" berühmt geworden. Wenigstens einen Anerkennungspreis bekam Neubronner für seine Entwicklung.
Er blieb dem Modellflug immer verbunden und stiftete in späteren Jahren den Carl-Neubronner-Pokal für Modellraketen. Vor zwei Jahren starb er im hohen Alter
von 101 Jahren, war bis zuletzt immer bei den Carl-Neubronner-Wettbewerben anwesend, ließ sich einmal auch Blut abzapfen, dass an Bord einer Experimental-
rakete im Wettbewerb mit flog und anschließend auf die Verträglichkeit der Blutkörperchen bei den extremen Beschleunigungen untersucht wurde.
Am 13./14. Juli wurde in Roggden bei Augsburg der 13. Neubronner-Wettbewerb
ausgetragen, wie immer international und als Teilwettbewerb für die Deutsche Meisterschaft ausgeschrieben und ausgerichtet von der RAMOG. Geflogen wurde
ein Wettbewerb mit Höhenraketen (S1F) und einer mit Raketengleitern (S1D). S1D wurde erstmals geflogen und soll sich nach dem Wunsch der Organisatoren
als Nachwuchsklasse für andere RC-Piloten. Denn die D-Motoren sind frei erhältlich, der Pilot benötigt für Erwerb und Verwendung nicht die Erlaubnis nach §27 Sprengstoffgesetz, wie die doppelt so starken E-Motoren, die
üblicher Weise geflogen werden. Die Modelle für "D" haben eine Mindestspannweite von 95 cm gegenüber 110 bei "E", Höchstgewicht bei beiden ist 300 Gramm.
Und wenn man dann sieht, dass beim Modell von S8E-Weltmeister Franz Weisgerber die Waage bei 170 Gramm stehen bleibt und wie hoch das Modell
kerzengerade in den Himmel steigt, kann man es kaum glauben, dass hier "nur" ein D-Motor drin steckt. Aber es war einer, Franz flog dreimal "Max" von vier Minuten
und gewann den Neubronner-Pokal vor seinem WM-Vorgänger Witold Tandera (Polen) und Engelbert Hanisch (MFM/RAMOG), der seinen ersten Flug erdete, unter
tatkräftiger Mithilfe des Raketenkollegen Hendrik Lau mit "Zaki" das Rumpf- Puzzle wieder zusammen setzte und in den beiden letzten Durchgängen noch
genügend Zeit für den dritten Platz erfliegen konnte, der für die DM-Wertung den zweiten brachte.
Engelbert
|